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Deutschland

Zweitmarkt Deutschland

  Dieser hat seit seiner Einführung bei den Marktteilnehmern wie Verbraucherschutzorganisationen, den Versicherern, der Politik, den Medien und großen Teilen der Versicherungsnehmern / Verbrauchern eine immer  größere Bekanntheit erlangt hat. So wurden bis zum jetzigen Zeitpunkt z. B. alleine von BVZL-Mitgliedsunternehmen • Lebensversicherung von weit über 100.000 Versicherungsnehmern mit einem aktuellen Rückkaufswertvolumen von ca. 5,2 Mrd. Euro über den Zweitmarkt verkauft (entspricht rund EUR 50.000 / Vertrag). Verbraucher konnten dabei • Mehrerlöse von über 260 Mio. Euro im Vergleich zur Kündigung erzielen (entspricht einem durchschnittlichen Mehrerlös von ca. 5%). Durch den Erhalt des Todesfallschutzes wurden • zusätzlich bereits knapp 7 Mio. Euro an die Hinterbliebenen ausbezahlt. Das Volumen der aktuellen Beitragszahlungen an die Erstversicherer • beläuft sich auf ca. 250 Mio. Euro (entspricht ca. 5% Prämie p. a.)

Funktionsweise

  Der Zweitmarkt bietet stornowilligen Policen-Inhabern die Möglichkeit ihre Police auf diesem zu veräußern anstatt sie beim Versicherungsunternehmen zu stornieren. Oftmals ist dabei der Verkauf die bessere Alternative und die Policen-Inhaber erhalten von Policen-Aufkäufern einen höheren Kaufpreis im Vergleich zum  Rückkaufswert, der beim Storno der Versicherung ausbezahlt wird. Darüber hinaus bleibt beim Verkauf in der Regel ein beitragsfreier Todesfallschutz erhalten.   

Auf dem deutschen Lebensversicherungszweitmarkt gibt es einige Anbieter, die Policen direkt von Versicherungsnehmern aufkaufen und die sich mit ihrer Mitgliedschaft im Bundesverband Vermögensanlagen im Zweitmarkt Lebensversicherungen e. V. (BVZL) bestimmten Qualitätskriterien im Sinne eines aktiven Verbraucherschutzes unterwerfen.   

Auch arbeiten diese im deutschen LV-Zweitmarkt tätigen BVZL-Mitgliedsunternehmen in der Praxis bereits jetzt mit den Versicherungsgesellschaften – bis auf wenige Ausnahmen – im Interesse des Versicherungsnehmers, der seine Police auf dem Zweitmarkt veräußern möchte, sehr konstruktiv und kooperativ zusammen.

Motivation der Policen-Verkäufer

Die Motivation der Verkäufer ist zumeist Liquiditätsbedarf, z.B. aufgrund des Wunsches Schulden zu tilgen, Anschaffungen zu tätigen oder die Erweiterung des persönlichen finanziellen Spielraums wegen Veränderungen der persönlichen Lebensumständen (Scheidung etc.). Bei kurzfristigen finanziellen Engpässen haben Verbraucher aber auch die Möglichkeit, ihre Police zu beleihen statt zu kündigen bzw. zu verkaufen.

Motivation der Policen-Händler

Die Motivation des Policen-Handels liegt darin begründet, dass die von den Versicherern angebotenen Rückkaufswerte bei Stornierung meistens niedriger als der „innere Wert“ der Policen ausfallen. Ist die Rendite der Police attraktiv und erfüllt sie einige Grundkriterien, dann erlöst der Versicherungsnehmer durch den Verkauf auf dem Zweitmarkt einen Preis, der über dem Rückkaufswert liegt. Ein beitragsfreier Todesfallschutz für den Verkäufer bleibt in der Regel erhalten.  

Waren vor allem in den Jahren 2003 – 2007 noch geschlossene Fonds der Hauptabsatzkanal für die von den Aufkäufern erworbenen Zweitmarkt-Policen, wurden diese nunmehr von institutionellen – und Privatinvestoren abgelöst, die inzwischen auch über elektronische Handelsblattformen oder Webshops „gebrauchte“ deutsche Kapitallebensversicherungen als Kapitalanlage erwerben können. 

Augen auf beim Policen-Verkauf

Neben den im BVZL organisierten und am deutschen Zweitmarkt tätigen Unternehmen hat sich in den letzten Jahren auch ein „unorganisierter“, sog. „Pseudo-Zweitmarkt“ etabliert. Hier werden die Policen i.d.R. nicht weitergeführt, sondern das Kapital des Versicherungsnehmers (bzw. des Verkäufers der Police) oftmals in andere Anlagen transferiert oder unverhältnismäßig hohe Gebühren und Kosten veranschlagt.  

So hat beispielsweise die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) in der Vergangenheit bereits einigen dieser Firmen die Geschäftstätigkeit aufgrund des Betreibens unerlaubter Einlagegeschäfte untersagt.

Grundsätzlich sollten Versicherte bei Angeboten, die vorsehen, den Kaufpreis in Raten oder zu einem späteren Zeitpunkt auszuzahlen, sehr vor-sichtig sein. Die im BVZL organisierten Aufkäufer zahlen immer sofort.

Ansonsten könnten für den Verkäufer der Police das Risiko entstehen, nicht alle versprochenen Zahlungen zu erhalten, da sich zum Beispiel die Bonität des Käufers über die Zeit verschlechtert. Skeptisch sollte man auch sein, wenn extrem hohe Gewinne (beispielsweise die Verdoppelung des Rückkaufswertes) und hohe marktunübliche Renditen bei Wiederanlage versprochen werden.

BVZL hilft und informiert

Für Verbraucher, die ihre Police auf dem Zweitmarkt veräußern wollen oder über die Aufnahme eines Policen-Darlehens nachdenken um ihren finanziellen Spielraum zu erweitern, hat der BVZL einige Leitfäden (Merkblätter) erarbeitet, die Verbrauchern bei der Auswahl der Anbieter helfen sollen.  

Diese, wie auch weitere nützliche Informationen zu den Lebensversicherungszweitmärkten sowie eine Liste von am deutschen Markt tätigen Mitgliedsunternehmen, die sich freiwillig an die Verbandsstandards und Leitlinien halten, stehen auf der Homepage des BVZL unter www.bvzl.de zum kostenlosen Download bereit.

Darüber hinaus empfehlen die Experten des BVZL Verbrauchern, sich im Zweifelsfall an eine Verbraucherzentrale vor Ort oder den Bund der Versicherten (BdV) zu wenden und sich dort über den potenziellen Aufkäufer zu informieren.

Mehrwert für alle Marktteilnehmer

Der Zweitmarkt für Lebensversicherungspolicen schafft einen zusätz-lichen Mehrwert für dieses langjährig bewährte, sichere und regulierte Investmentprodukt. Der Zweitmarkt für Lebensversicherungen ist aktiver Verbraucherschutz, er schafft Mehrwert für alle Teilnehmer:  

Vorteile durch den Verkauf einer Lebensversicherung auf dem Zweitmarkt:

1. Für Kunden

• Der Versicherungsnehmer erhält einen höheren Kaufpreis als den Rückkaufswert und behält in der Regel einen beitragsfreien Todesfallschutz

2. Für Versicherungsunternehmen

• Geringere Stornorate (Kennzahl im Wettbewerb)

• Stabile Prämieneinnahme, da der „neue“ Policen-Besitzer die Police bis zur Fälligkeit fortführt

• Erhalt des langfristig angelegten Deckungsstock

3. Für Vermittler oder Banken

• Sicherstellung einer „Best-Advice“-Beratung durch Aufzeigen von Alternativen zur Kündigung einer Police wie Verkauf oder Beleihung

• Zusätzliche Provisionseinnahmen

• Erzielung höherer Verwertungsquoten bzw. niedrigeren Wertberichtigungsbedarf im Bereich „Sicherheiten-Verwertung“

• Anknüpfungspunkt für Neugeschäft durch frei werdende Liquidität